Motorradhersteller Deutsches Kaiserreich 1871-1919

Wie überall in den sich entwickelnden Industriegesellschaften ging auch im 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreich dem Startschuss zur Erfindung und Entwicklung motorisierter Zweiräder die Weiterentwicklung des Fahrrades voraus. Nämlich die Konstruktionsumstellung vom Hoch- zum Niederrad. Ein solches bestückten 1885 zwei Herren namens Daimler und Maybach mit einem von ihnen konstruierten Verbrennungsmotor. Der so im schwäbischen Cannstatt gebaute „Daimler-Reitwagen“; gilt somit zwar als erstes Motorfahrzeug der Welt, aber nicht als das erste Motorrad der Welt. Der Grund: Das von Daimler und Maybach verwendete hölzerne Zweirad, dessen Rahmen mit Eisenplatten verstärkt worden war, besaß seitliche Stützräder. Als erstes Serien-Motorrad der Welt gilt deshalb die Hildebrand & Wolfmüller aus dem Jahre 1894. Im Patent zu diesem Zweirad mit „Petroleum“ wird auch erstmals der Begriff „Motorrad“ als Bezeichnung verwendet. Den ersten Prototyp der Hildebrand & Wolfmüller kann man übrigens im Deutschen Museum in München sehen.
Gründer- und Boomzeiten erlebte die startende Motorrad-Industrie im Deutschen Kaiserreich wie im restliche Europa und den USA auch verstärkt um die Jahrhundertwende. Das Problem der meisten Hersteller im Kaiserreich war es dabei aber, dass sie zwar tolle Motorräder entwickelten und bauten, aber die nicht wirtschaftlich rentabel vertreiben konnten. Deshalb überlebten mittelfristig meistens nur solche Firmen, die ein industrielles Hauptstandbein besaß. Wie zum Beispiel NSU und Dürkopp, beide Unternehmen fabrizierten Industrie-Strick- und Nähmaschinen und konnten nebenbei wirtschaftliche Erträge in den Bau und die Entwicklung von Motorrädern investieren. Firmen, die als Fahrrad-Produzenten sehr erfolgreich im Geschäft waren, hatten die besten Voraussetzungen, auch nach längerer Entwicklungszeit ohne sofortigen Umsatz in der Motorradhersteller-Branche Fuß zu fassen Hier ist insbesondere der Motorradhersteller Triumph aus Nürnberg zu nennen. Der Marke Adler (Adlerwerke) kam auch aus dem Fahrrad-Geschäft, ist aber ein Sonderfall, weil sie sehr schnell Erfolge verbuchen und so große Marktanteile sichern konnte, dass diese auch schon früh Automobile bauten. Gemein haben die „großen“ deutschen Motorradhersteller, dass sie in den Jahren vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges von dauerhaften Aufträgen seitens des Deutschen Heeres profitierten. Transportmittel oder aber Kriegsgüter ganz anderer Art machten NSU, Adler und Co. reich. Diese Ära endete jäh mit dem Ende des Ersten Weltkrieg und der Abschaffung der Kaiser-Monarchie.
Hier die Hersteller Deutsches Kaiserreich 1871-1919:
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