Motorradhersteller Drittes Reich 1933-45

Die Entwicklung der Deutschen Motorradindustrie nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 war sehr bald von der Aufrüstung der Wehrmacht geprägt. In Vorbereitung der angestrebten Angriffskriege gegen Polen und die Sowjetunion sowie Frankreich mussten etablierte Hersteller wie Zündapp, BMW oder DKW ab Mitte der Dreißger Jahre fronttaugliche Motorräder und vor allem Gespanne in hohen Stückzahlen bauen. Und genau so erging es auch neuen Motorradherstellern, die während der Nazi-Diktatur entstanden. So konnte die Firma Maico beispielsweise spätestens nach Inkrafttreten des Schell-Plans nicht mehr an neuen Modellen arbeiten. Denn: Der Schell-Plan war ein wirtschaftspolitisches Diktat der NSDAP zur Vereinheitlichung der reichsdeutschen Motorrad- und Automobilfertigung. Ziele waren die einfachere Wartung und Instandhaltung des Wehrmacht-Fuhrparks sowie eine effizientere Produktion durch eine drastische Reduzierung der Typenvielfalt und eine Vereinheitlichung ihrer Bauteile. Dadurch war Maico ab 1939 gezwungen, ein Einheitsmodell zusammen mit den Herstellern Hecker, Tornax und UT zu bauen: die K 125 mit 125 ccm ILO-Doppelportmotor. Manche Firmen traf es allerdings noch arger. Zum Beispiel die Geier Werke im westfälischen Lengerich. Besonders bekannt geworden war die Marke in der Bevölkerung durch motorisierten Dreiräder, die für Lasten- und für Personenbeförderung vorgesehen waren. Die schwarzen Dreiräder wurden mit einer Pritsche oder einem geschlossen Kasten ausgeliefert und konnten bis zu zweieinhalb Zentner Nutzlast befördern. Mit der Herstellung von Motorrädern war es dann bei vielen Motorradherstellern zu Beginn des Weltkrieges erst mal vollständig vorbei. Statt Motorräder herzustellen, war man gezwungen, die Produktion auf Handgranaten, Artilleriegeschosse und ähnliches umzustellen. Erst 1948 nach dem Wiederaufbau der Industriehallen rollten wieder Motorfahrräder auf den Hof. Interessant ist, dass neben den Geier Werken noch ein paar Firmen in Westfalen beheimatet waren. Besonders Bielefeld war dabei ein kleines Motorradhersteller-Zentrum. Einige Motorradhersteller schafften es nach dem Krieg nicht wieder, in die normale Produktion von Motorrädern einzusteigen und verschwanden damit vom Markt. Andere erlebten eine Renaissance oder konnten sich in einem Joint-Venture mit einem anderen Hersteller wieder im Markt etablieren.

Hier die Hersteller Drittes Reich 1933-45:

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