Kategorie Motorrad Drag Bike
Drag Bikes oder auch Drag Racing Bikes sind Motorräder, die speziell für das Drag Racing (Beschleunigungsrennen) konstruiert oder modifiziert wurden. Drag Bikes zeichnen sich insbesondere durch großvolumige, meist aufgeladene Motoren mit sehr hoher Leistung sowie durch (in den meisten Klassen) breite Antriebsräder und sogenannte „Wheeliebars“ aus.
Geschichte
Die Anfänge des Drag Bike Racing liegen wie bei den Cars in den USA. Auch hier entwickelte sich der Sport aus den illegalen Rennen von Ampel zu Ampel hin zu einem geordneten Ablauf mit festen Regeln. Das erste offiziell genehmigte Rennen wurde von der American Motorcyclist Association (AMA) 1953 in Pomona, Kalifornien, veranstaltet.
Anfangs beschränkten sich die Modifikationen hauptsächlich auf das „Strippen“ der Bikes, also das Entfernen sämtlichen unnötigen Ballasts. Erste Versuche mit profillosen Reifen und dem Versteifen der Hinterradschwinge folgten.
In den 1960er und 1970er Jahren begannen Versuche, mehrere Motoren hintereinander einzubauen. Zusammen mit eigens angefertigten Rahmen, angeschraubten Kompressoren und selbst konstruierten Primärantrieben entstanden gegen Ende dieser Area Bikes, die mit ihren bis zu drei hintereinander eingebauten Honda- oder Kawasaki-Vierzylindermotoren sowohl technisch als auch körperlich fast nicht zu beherrschen waren. Einer der Protagonisten dieser Zeit war der Niederländer Henk Vink.
In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre erlebte dieses Konzept ein kurzzeitiges Revival durch den Red Porsche Killer, einem von Rötger Feldmann und seinem Team entworfenen Drag Bike auf Basis von vier hintereinander verbauten Horex-Regina-Motoren. Das Fahrzeug wurde in der „Drag Bike Szene“ für die sehr gute Qualität der Umsetzung durchaus positiv bewertet, gleichzeitig wurde ihm aber keine wirkliche Wettbewerbstauglichkeit zugetraut.
Der nächste Schritt war eine Rückkehr zur „Ein-Motor-Philosophie“, die bewährte Serienmotoren einschließlich Getriebe so verstärkte bzw. nachbaute, dass sie leistungssteigernde Stoffe wie zum Beispiel Lachgas oder Nitromethan verarbeiten konnten. Im Bereich Top Fuel werden heute speziell angefertigte, extrem teure, teilweise aus dem „Vollen“ (Aluminiumblock) gefräste Motorblöcke und Zylinderköpfe verwendet, die gegenüber den in Gussformen hergestellten Serienkomponenten an Genauigkeit und Stabilität deutlich überlegen sind. Diese Motoren ermöglichen aus dem Stand Zeiten von 5,662 Sekunden und Höchstgeschwindigkeiten von 403,22 km/h über die Viertelmeile (402,3 Meter).
Bei der Verwendung von Lachgaseinspritzungen war die Klasse Super Street Bike lange Zeit führend. Hier hat nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Dosierbarkeit die Entwicklung von programmierbaren Steuerungen zu beachtlichen Resultaten geführt. Inzwischen wird bei den SSB auf die Turbotechnik gesetzt. Den Weg des „klassischen“, rein mechanischen Tunings wählten die Pro Stock Bikes.
Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Drag_Bike
29.01.26
Hier einige Drag Bike Hersteller: